Perfektionismus als Fehler begreifen!

F. steht für Fehler – P. steht für Perfektion

Der Perfektionismus! Er ist das Streben nach der Umsetzung einer Illusion!

Ich denke, dass sich nach Perfektem lange umsonst suchen lässt…

Mich quält die Vorstellung ein bisschen, nach der Menschen das, was sie beginnen, zu Ende zu führen haben, nach der alles glatt sein muss, sauber, wohl geplant, wenig irritierend und grundlegend unauffällig – aber nicht zu unauffällig, denn das wäre auffällig!

Ich empfinde die Einstellung meiner Gesellschaft zum Perfektionismus, welche diesen für erstrebenswert ansieht, als unangemessen und in vielerlei Hinsicht als dysfunktional. Genauso wie ich Perfektion im Zusammenhang mit Existenz für utopisch  und unrealistisch halte; und damit für eine Quelle von chronischer Unzufriedenheit, Frustration und schlechter Laune.

Ich bemerke die Unglücklichkeit von Menschen aufgrund ihrer irrationalen Überzeugung, dass lediglich Vollkommenheit zufriedenstellen kann und halte die gegenteilige Annahme für hilfreich!

Deshalb möchte ich der Perfektion in diesem Blog gleichsam etwas entgegensetzen sowie Belege für ihre Nicht-Existenz sammeln.
Ich habe überlegt, was es wohl ist, was Menschen (entwicklungsgeschichtlich) seit langem beginnen, was Menschen seit den Anfängen des Homo sapiens (er-)schaffen. Eine Sache, die sie zumindest schon sehr lange tun, ist es, Gruppen zu bilden und Lebensraum zum mutmaßlichen Vorteil der Gruppe umzugestalten. Mindestens bis zum Jahr 2011 findet dieses Streben im Kultivieren der Stadt Anwendung. Und hier fließt in krassem Ausmaß das Streben nach Perfektion hinein:

Glas und Stahl bildet eine Fassade! Straßen sind zu teeren mir klaren Neigungswinkeln in Richtung Rinnstein. Müll ist in Behältern zu sammeln, Regeln sind zu setzen und ihre Einhaltung streng zu überwachen. Ladenöffnungszeiten sind eindeutig festzulegen. Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel sind zu definieren. Normen sind einzuhalten. Mit ungefähr oder circa kommt in der Stadt kein Mensch weit…

…oder doch?

Lasst uns Belege sammeln für das Unzuverlässige, für die Abweichung von der sog. Norm für den Gewinn durch Irritation, für das Spezielle und das Schöne im Unvollkommenen.

Die Stadt, das Sterile, das Unpersönliche und Glatte existiert nicht. Das erkennen Menschen, wenn sie aufhören, ihrer Konditionierung zu folgen indem sie dorthin sehen, wo „Fehler“ liegen. Lasst uns beginnen, Fehler zu suchen und ihren Wert zu erkennen. Fehler sind Würze! Fehler sind der wichtige Teil des Lebens.

Fehler sind interessant, sie rütteln auf, irritieren und fordern einen zweiten Blick, eine eigene Überlegung durch die Unterbrechung von Gleichförmigkeit – hier liegt der Wert der Stadtfehler!

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